Wer ist eigentlich… Claude Speed?

Sommer 1992, Los Santos, Abenddämmerung. Abseits der Hauptstraßen, in den Wäldern und Feldwegen fernab von Downtown findet ein illegales Autorennen statt. Mit am Start ist Claude, ein Gammler in schwarzer Lederjacke, hochgestellter Kragen, lange Koteletten, Bartschatten. Typ cooler Kleinkrimineller, Grand Theft Auto-Style, keinen Bock auf Smalltalk. Claude ist gegenwärtig noch Inhaber einer heruntergekommenen Garage in San Fierro und Mitfavorit auf den Sieg. Doch das Rennen verläuft nicht nach seinen Erwartungen, er unterliegt. Zum Glück verhandelt seine neue Freundin, Catalina, die Bedingungen seiner Niederlage – ausgerechnet mit ihrem Ex. Der bekommt statt Claudes Wagen die Schlüssel zu dessen Garage – und Claude und Catalina verlassen die Stadt. Ihr langfristiges Ziel: Liberty City. Ihr kurzfristiges Ziel: Geld machen, möglichst viel, möglichst schnell. So ziehen sie die nächsten neun Jahre durch Amerika, verüben Banküberfälle und knacken Geldautomaten in New Mexico und Texas. Ein modernes Verbrecherpärchen, Vorbild Bonnie und Clyde. 

2001 erreichen Claude und Catalina Liberty City. Doch mit der Ankunft in der Millionenmetropole beendet die temperamentvolle Schönheit ihre Liebesbeziehung auf brutale Art und Weise. Bei einem neuerlichen Banküberfall verrät Catalina ihren Freund, schießt Claude nieder und lässt ihn zurück. “I’m an ambitious girl, and you’re just small time“. So schnell kanns gehen in der Großstadt. Bye bye, Claude. Verhaftung, Gerichtsprozess, Schuldspruch, zehn Jahre Knast. 

Doch noch gibt es Hoffnung für Claude: Auf dem Weg ins Gefängnis überfallen Mitglieder des kolumbianischen Kartells den Gefangenentransport, um einen asiatischen Geschäftsmann aus der Obhut der Strafverfolgungsbehörden zu entführen. Claude kann ebenfalls entkommen – und taucht in der Schattenwelt von Liberty City unter. Die Straße ist sein Zuhause, das Leben eines Kriminellen kennt er. Die nächsten Monate arbeitet der schweigsame Claude für verschiedene Gangsterbosse und führt eine Reihe von Aufträgen aus, klettert in der Gangster-Hierarchie nach oben. Ob Autodiebstahl, Schutzgelderpressung oder Auftragsmord – Claude erledigt die Jobs, eiskalt, effizient, ohne Fragen zu stellen. So erlangt er schließlich die Aufmerksamkeit der Mafiafamilie Leone. Die Aufträge werden gefährlicher, Claude rückt nah an den Don Salvatore heran, lernt dessen Ehefrau Maria kennen. 

Indes, die Nähe zu einem paranoiden Mafiaboss ist brisant – Salvatore dreht durch, versucht Claude mit einer Autobombe loszuwerden. Der kann sich mithilfe von Maria zu den Yakuza retten, in deren Diensten er fortan Missionen erledigt. Die gebürtige Japanerin Asuka Kazen und ihre Bruder Miguel, Anführer der Yakuza, prüfen Claudes Loyalität – und als er sich bewiesen hat, lassen sie ihn die dreckige Arbeit erledigen. Gemeinsam schicken sie sich an, das kolumbianische Kartell zu zerstören, an dessen Spitze – wenig überraschend – Claudes Ex-Freundin Catalina gerückt ist. 

Zum Showdown zwischen Claude und Catalina kommt es nach einer wilden Verfolgungsjagd über den Cochrane-Damm hoch oben in den Bergen von Liberty City. Catalina hat Asuka und Miguel töten und Maria entführen lassen; jetzt sinnt Claude auf die finale Rache. Nach einer intensiven Schießerei gelingt es ihm, Catalina zu töten und Maria zu befreien. Die Rache ist sein, Abrechnung erfolgreich. Und nach der meckernden Catalina gelingt es ihm schlussendlich sogar noch, auch die motzende Maria zum Schweigen zu bringen. Mission passed.