Mit dem Gothic 1 Remake kehrt ein deutsches Kult-Rollenspiel zurück. Die raue Gefängniskolonie, die direkte Sprache und die harte Welt gehörten schon beim Original zum Reiz – nun soll die alte Formel für moderne Plattformen funktionieren.
Ein Remake mit Risiko
Gothic lebt nicht nur von Questmarkern und Schwertkämpfen. Es lebt von seiner sperrigen Welt, den eigenwilligen Figuren und dem Gefühl, am Anfang wirklich niemand zu sein. Genau diese Ecken und Kanten dürfen bei einer Modernisierung nicht verlorengehen.
Warum Gothic bis heute wirkt
Viele Rollenspiele lassen Spieler sofort wie Helden aussehen. Gothic machte daraus einen Weg: Erst ein namenloser Neuankömmling, dann Schritt für Schritt ein Überlebender in einer Welt, die sich nicht um dich kümmert.
Mit der Sonderreihe Gaming Greats innerhalb der populären The Black Series (im 6-Zoll-Maßstab) und der The Vintage Collection (3,75 Zoll) hat der Spielzeughersteller Hasbro eine Brücke zwischen der virtuellen Galaxis und den heimischen Sammelvitrinen geschlagen. Ursprünglich ab 2020 als Händler-Exklusivserie gestartet, widmet sich diese Kollektion gezielt den ikonischsten Helden, Schurken und Truppentypen, die ihre Berühmtheit nicht auf der Leinwand, sondern am Controller erlangten. Das Besondere daran: Hasbro beschränkt sich keineswegs nur auf den aktuellen Disney-Kanon, sondern zollt auch den geliebten Legends-Klassikern der LucasArts-Ära Tribut.
Einen der größten Schwerpunkte der Reihe bilden die Legenden des EU-Universums. Allen voran das Meisterwerk Knights of the Old Republic: Charaktere wie Darth Revan, Bastila Shan oder der Wookiee Zaalbar zählen zu den absoluten Fan-Favoriten und gefragtesten Sammlerstücken der Serie. Nicht minder beliebt ist das Eliteteam aus dem düsteren Taktik-Shooter Republic Commando. Mit den Figuren des Delta Squads – Boss, Fixer, Sev und Scorch – brachte Hasbro die unverwechselbaren Rüstungsdesigns der Klon-Spezialeinheit ins physische Format. Auch der extrem mächtige Machtnutzer Starkiller (Galen Marek) sowie der Shadow Stormtrooper aus The Force Unleashed erhielten in dieser Reihe ihre wohlverdiente Plastik-Manifestation.
Gleichzeitig kommen auch Fans moderner Titel voll auf ihre Kosten. Die Abenteuer von Cal Kestis in Star Wars Jedi: Fallen Order und Survivor brachten nicht nur den Protagonisten selbst, sondern vor allem die bedrohlichen Purge Trooper und Flametrooper der Inquisition als detaillierte Figuren hervor. Ergänzt wird das Sortiment durch spezialisierte Einheiten aus Battlefront II, wie den knalligen ARC Trooper im Umbra-Design, sowie Charakteren aus dem MMORPG Star Wars: The Old Republic. Das charakteristische Verpackungsdesign mit eigenen Farbcodierungen hebt die Packungen optisch von den regulären Film-Figuren ab. Die Gaming Greats-Reihe zeigt eindrucksvoll, wie tief die Faszination für Star-Wars-Spiele in der Popkultur verankert ist und lässt Nostalgie direkt im Spielzimmer greifbar werden.
Erschaffe Deinen eigenen Charakter? Pah, langweilig! Die Charaktere, die uns in Erinnerung bleiben, sind nicht die anonymen Kugelfresser, die unser Pixelgesicht tragen. Nicht die selbsterstellten Möchtegernmagier, denen wir Fantasienamen geben. Es sind nicht die ohne Geschichte, die uns inspirieren. Sondern die mit Geschichte – die toughen Kerle mit tragischer Vergangenheit, die Abenteuerinnen mit lebendiger Biografie. Sie sind unsere Retro-Legenden, unsere liebsten Gaming-Protagonisten. Ihre Origin Stories stellen wir in dieser Serie vor.
Der antike Perserkönig Sharaman hat seinen Feldzug gegen den indischen Maharadscha erfolgreich beendet, dessen Armee besiegt und dessen Heiligtümer geplündert. Triumphierend zieht er in den Palast seines Verbündeten ein, dem Sultan von Azad. An seiner Seite dabei: sein jüngster Sohn, der Prinz von Persien. „Der Prinz kütt!“, würden wir in Köln sagen. Zum Geschenk für seinen Sultan hat Sharaman eine überdimensionale Sanduhr aus Indien mitgebracht, sein Sohn hantiert mit dem dazugehörigen Dolch herum. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf: Getäuscht durch einen verräterischen Wesir setzt der Prinz den Sand der Zeit aus dem Stundenglas frei. Die Folgen sind verheerend: Kämpfer verwandeln sich in mörderische Kreaturen, aus der Armee der Perser werden Horden von Sandmonstern. Der Prinz muss sich unter Anwendung all seiner akrobatischen Künste und an der Seite der entführten indischen Prinzessin Farah den todbringenden Fallen und Verfolgern stellen. Fatalerweise wird er dabei nicht nur gezwungen, seinen zum Sanddämonen mutierten Vater zu töten, sondern verliert auch die liebgewonnene Prinzessin an die Sand-Schikanen. Mit letzter Kraft schafft er es, zur Sanduhr vorzudringen und die Zeit zurückzudrehen. Alle unheilvollen Ereignisse sind rückgängig gemacht, der Prinz tötet den Wesir und klärt die Prinzessin rechtzeitig auf.
Happy End? Nicht ganz: Die Inder nehmen Rache für den Überfall auf ihren Maharadscha, greifen ihrerseits das Königreich von Malik an, dem älteren Bruder des Prinzen. Der Prinz eilt zu Hilfe, kann jedoch seinen Bruder nicht davon abhalten, eine Sandarmee zu beschwören, die gegen die Eindringlinge vorgehen soll. Doch die Sand-Soldaten wenden sich gegen ihren Schöpfer, verwandeln den Palast in ein Todeslabyrinth. Erneut muss sich der Prinz durchkämpfen. Mit Hilfe eines Dschinns gelingt es ihm, den Fluch zu brechen und die Sandarmee zu besiegen – jedoch auf Kosten seines Bruders, der sich ebenfalls den Sandbösewichten zugewandt hat.
Sieben Jahre später, zurück in Babylon. Vater und Bruder verloren, von der Prinzessin verschmäht. Den Prinzen plagen Albträume. Er erfährt, dass ihm ein Schicksalswächter der Zeit nach dem Leben trachtet, weil er in Azad mit der Freisetzung des Zeitsandes die Zeitlinien durcheinander gebracht hat. Dem Prinz bleibt nur ein Ausweg: in die Vergangenheit reisen und die Entstehung des vermaledeiten Sandes der Zeit verhindern. Was ihm – nach diversen Abenteuern per Schiff, auf der Insel der Zeit und im Kampf gegen Golems und Greife – auch gelingt. Zumindest denkt er das, als er schlussendlich die Kaiserin der Zeit umbringt. Das Problem ist: Mit dem Tod der Zeit-Beherrscherin entsteht der Sand der Zeit erst, womit der Grund seiner Strapazen ad absurdum geführt ist. Dem Prinzen bleibt nur, sich seinem dunklen Selbst zu stellen und sein altes Ich vom dämonischen Zeitwächter töten lassen. So kehrt er den Lauf der Zeit erneut um, kann Kaileenas Leben nicht nur verschonen, sondern sie auch gegen den Zeitdämon verteidigen. Beide entkommen ihrem Schicksal, erneut. Zum letzten Mal? Mitnichten.
Kaum zurück in Babylon müssen der Prinz und Kaileena nämlich feststellen, dass die Stadt verwüstet und der Wesir ihr neuer Herrscher ist – durch die Zeitumkehr zuvor hat der Prinz auch dessen Tod ungeschehen gemacht. Mit einem diabolischen Plan gelingt es dem Wesir, sich in Zurvan zu verwandeln, den Gott der Zeit: Er tötet Kaileena, setzt den Sand der Zeit erneut frei und macht sich unter Einsatz des Dolches selbst unsterblich. Für den Prinzen wird es jetzt richtig kompliziert, Thema Persönlichkeitsspaltung: Zwar kann der Prinz den Dolch zurückerobern, sein Arm ist jedoch vom Sand der Zeit infiziert. Diese Infektion lässt einen dunklen Teil seiner Persönlichkeit auferstehen, die dem Prinzen bei seinem babylonischen Befreiungskampf fortan zu Schaffen macht. Rache am Wesir oder Rettung für die notleidende Bevölkerung? Der Reihe nach muss der Prinz den gottgleichen Zurvan besiegen, das Vertrauen von Prinzessin Farah gewinnen – die auch wieder mitmischt – und sich schließlich im Finale furioso seiner dunklen Natur im Kampf um den Thron widersetzen. Des Prinzen Unternehmen gelingt – sein Reich ist vom Sand befreit, das Herz der Prinzessin erobert. De Prinz hät jewonne!
Die Retro-Porträts für unsere Serie sind absolut subjektiv ausgewählt. Schreibt uns gerne per Mail, wessen Biografie Ihr Euch noch wünscht!
Mit Solarpunk bekommt das Cozy- und Survival-Genre eine Zukunftsvision, die nicht aus Neonregen, Konzernkriegen und kaputten Großstädten besteht. Stattdessen geht es um schwebende Inseln, erneuerbare Energie, Farming, Automatisierung und gemeinsames Bauen.
Science-Fiction mit Sonnenenergie
Solarpunk nimmt eine einfache, aber erfrischende Idee ernst: Zukunft kann auch lebenswert aussehen. Das Spiel verbindet Ressourcenmanagement und Survival-Mechaniken mit einer deutlich optimistischeren Welt als viele klassische Science-Fiction-Settings.
Cozy, aber nicht belanglos
Der Trend zu gemütlichen Spielen ist mehr als nur Flucht vor Stress. Er zeigt, dass viele Spieler lieber erschaffen als zerstören, lieber reparieren als plündern und lieber gemeinsam bauen als allein dominieren möchten.
Wo Nintendo auf Plattformer setzte, lieferte SEGA pures Arcade-Feeling. Die Partnerschaft zwischen SEGA und der Star-Wars-Lizenz brachte einige der dynamischsten Actiontitel der 90er-Jahre hervor.
Mit dem Sega Mega-CD und der 32X-Erweiterung wagte das Unternehmen frühe Experimente. Titel wie Star Wars Arcade (1993) für das 32X brachten dank echter Polygon-Grafik die Cockpit-Perspektive eines X-Wings nah an das Gefühl eines echten Spielautomaten. Auch auf dem SEGA Game Gear überzeugten Portierungen der Super-Star-Wars-Spiele unterwegs.
Ihren Höhepunkt erreichte die SEGA-Ära jedoch in den Arcades und auf der Dreamcast: Star Wars Trilogy Arcade (1998) versetzte Spieler mit bombastischer Grafik, Lichtschwert-Duellen per Joystick und Surround-Sound direkt in die Schlachten von Hoth und Endor. SEGA bewies damit, dass Star Wars auf ihren Systemen vor allem eines war: schnell, laut und spektakulär.
Der Juni galt früher oft als ruhige Zeit zwischen großen Frühjahrs- und Herbst-Releases. 2026 zeigt sich aber ein anderes Bild: Remakes, Indie-Produktionen und neue Erweiterungen sorgen dafür, dass auch der Sommer längst kein Leerlauf mehr ist.
Die Nische nutzt ihre Chance
Wenn ganz große Blockbuster weniger Platz im Kalender einnehmen, können kleinere Veröffentlichungen besser sichtbar werden. Das ist die perfekte Gelegenheit für Spiele mit ungewöhnlichen Ideen, klaren Zielgruppen und Mut zum Risiko.
Spieler gewinnen Auswahl
Der volle Kalender macht die Entscheidung nicht leichter, aber abwechslungsreicher. Zwischen Aufbau, Survival, Retro-Remake und Koop-Abenteuer findet fast jedes Genre seinen kleinen Sommermoment.